Vortrag BrueningAm vergangenen Montag lud das Sonderpädagogische Beratungszentrum der Theresia-Haselmayr-Schule und der Regens-Wagner-Schule zu einem Vortrag von Wilfried und Astrid Brüning zum Thema: „Zwischen zwei Welten – Kinder im medialen Zeitalter“ ein. Drei Stunden lang gelang es den Referenten, die über hundert Zuhörer durch anschauliche und interaktive Darstellungen zu begeistern.

Wie der Titel der Veranstaltung bereits deutlich macht, wachsen unsere Kinder heute in zwei Welten auf – der realen und der virtuellen Welt. Gerade die virtuelle Welt mit Fernsehen, Computer- und Konsolenspielen sowie allen voran natürlich das Internet mit Facebook und Youtube üben eine große Faszination aus. Hirnforscher konnten jedoch nachweisen, dass Kinder, die sich zu viel mit Bildschirmmedien beschäftigen, Gehirnstrukturen entwickeln, mit denen sie sich in der virtuellen Welt bestens zurechtfinden – im realen Leben dagegen immer weniger. Es ist daher die Aufgabe der Eltern, den Bildschirmmedienkonsum ihrer Kinder altersgemäß zu begrenzen, um sie für das reale Leben stark zu machen.

Besonders anschaulich machte der Medienpädagoge deutlich, was im Gehirn eines Kindes passiert, wenn es einen Gegenstand rein medial – über das Fernsehen – wahrnimmt. Es werden lediglich der Hör- und der Sehsinn eingeschränkt angesprochen. Nimmt das Kind den Gegenstand in der aktiven Auseinandersetzung wahr, sind zusätzlich der Tast-, Geruchs- und Geschmackssinn beteiligt, die untereinander Vernetzungen bilden. Nur in der realen Auseinandersetzung mit Lerngegenständen gelingt es dem menschlichen Gehirn tragfähiges Wissen aufzubauen, auf das zu einem späteren Zeitpunkt wieder zurückgegriffen werden kann. Deshalb ist das Lernen in der realen Welt unabdingbar. Kinder sollen Möglichkeiten bekommen, in der freien Natur eigene Erfahrungen zu machen und somit ganzheitlich, also mit allen Sinnen, ihre Welt zu erkunden. Das „world wide web“ bringt zwar die virtuelle Welt ins Kinderzimmer, bietet aber keine Lernerfahrungen, die nachhaltig sind. So sind beim Fußballspielen im Freien neben der Bewegung an der frischen Luft Sinne wie der Hörsinn, Gleichgewichtssinn, Sehsinn, Tastsinn, die Reaktionsgeschwindigkeit und vieles mehr beteiligt. Spielt ein Kind Fußball an der Spielekonsole hat der Bewegungsapparat fast nichts zu tun. Es sind lediglich die Bereiche des geradeaus Sehens, des geradeaus Hörens und der Fingerbeweglichkeit aktiv. Die Neuronen der anderen Bereiche haben nichts zu tun, was auf Dauer zu einer Verkümmerung führt.

Dies zu vermeiden gilt es mit einem sogenannten „Neuronenschutzprogramm“. Den Eltern muss es durch die Begrenzung der Bildschirmmedienzeit gelingen, die Neuronen ihrer Kinder zu schützen und damit den Aufbau tragfähiger Kompetenzen zu unterstützen.

Im pädagogischen Setting wird heute sehr häufig der Begriff der „Medienkompetenz“ verwendet und meint, dass die Kinder den Umgang mit den neuen Medien in der Schule und Kindertageseinrichtungen erlernen müssen. Herr Brüning definiert den Begriff Medienkompetenz als Wissen um die Zusammenhänge und auch Gefahren der medialen Welt, um verantwortungsvoll mit dieser umgehen zu können.

Es soll nun aber nicht der Eindruck entstehen, dass Medien komplett aus dem Alltag der Kinder und Jugendlichen verbannt werden sollen. Sie gehören zum alltäglichen Leben und stellen nützliche Hilfsmittel dar. Medien, wie Radio, Zeitschriften, Musik, Hörspiele/Hörbücher oder Bücher zählen zu den Medien, die Kinder uneingeschränkt nutzen dürfen. Auch der Computer ist wichtig für die Recherche im Internet und für einen schöpferischen Umgang, wie zum Beispiel mit Bild-, Schnitt- und Musikprogrammen. Also immer dann, wenn Kinder und Jugendliche ihren Computer als ein wertvolles Werkzeug nutzen, darf er bedenkenlos eingesetzt werden. Eingeschränkt genutzt werden sollten Medien wie Fernsehen und DVD, Computerspiele, Konsolen-Spiele und Chat-Foren. Herr Brüning schlägt vor, Kindern unter drei Jahren keinerlei Bildschirmmedienkonsum zu erlauben.

Im Kindergartenalter sind 30 Minuten am Tag, im Grundschulalter 60 Minuten und für ältere Kinder 90 Minuten angemessen.

Eltern müssen dazu eine klare Haltung einnehmen, um dieser schwierigen Erziehungsaufgabe gerecht zu werden.

Der Vortrag von Herrn Brüning hat bei den Besuchern ein neues Bewusstsein geschaffen, dass vieles das heute so „normal“ hingenommen wird, weil das eben „jeder so macht“, kritisch hinterfragt werden muss. Eltern stehen gegenwärtig erstmalig vor der schwierigen Erziehungsaufgabe, verantwortungsvoll mit der Bildschirmmediennutzung ihrer Kinder umzugehen. Wir alle müssen uns dieser neuen Herausforderung stellen, um unseren Kindern Möglichkeiten zu geben, ihre Persönlichkeit in der realen Welt zu entfalten.

VerbindungslehrerDie neuen Verbindungslehrer unserer Schule wurden am 30.9. von der Klassensprecherversammlung gewählt: Frau Katharina Scharpf und Herr Ralph Karmen.

 

Herzlichen Glückwunsch!

elternfrueh 1Über 50 Personen haben sich am 18.10. zum ersten Elternfrühstück des Schuljahres eingefunden. Wie immer wurde dieses vom Elternbeirat mitorganisiert und durch Jugendsozialarbeit an Schulen sowie der Schulleitung begleitet. Neben einigen wichtigen Informationen für die Besucher - z.B. bezüglich des Adventsmarktes - wurden einige Sequenzen eines Filmes zum Thema "digitale Medien" angeschaut und diskutiert.

Herzlichen Dank an den Elternbeirat und die vielen Besucher.

caritasIm Rahmen des Religionsunterrichtes hat sich die Klasse 8c mit der Frage beschäftigt, welche Hilfsangebote die katholische Kirche anbietet, wenn Menschen in Krisen oder Schwierigkeiten geraten. Durch das Buch „Ein mittelschönes Leben“ setzten sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Leben eines Mannes auseinander, das durch Schicksalsschläge und eigenes Versagen immer mehr von einem normalen in ein Leben auf der Straße abrutscht. Ausgestattet mit  dieser beispielhaften Lebensgeschichte und der Frage „Wie hätte die Kirche hier helfen können?“, machte sich die 8. Klasse auf den Weg zur Caritas Dillingen. Herr Keuch von der Beratungsstelle zeigte auf, auf welche Weise die Caritas, das Hilfswerk der Katholischen Kirche, dem Mann Hilfe hätte anbieten können. Mit vielen wichtigen Infos von Eheberatung über Schuldnerberatung bis hin zur allgemeinen Sozialberatung und Suchtberatung kehrten die Schülerinnen und Schüler begleitet von der Religionslehrerin Christine Mayer und Ulrike Kaim an die Theresia-Haselmayr-Schule zurück.